Benedikt Kulmann sprach auf dem UX-Stammtisch in Dortmund

Das war der UX-Stammtisch im Februar

Valentinstag mal anders

Mit ziemlicher Verspätung (auf Grund von Krankheit) erzähle ich heute von Benedikts Vortrag beim UX-Stammtisch am 14.02.19 im rent24 in Dortmund! Dort haben sich am frühen Abend trotz, oder wegen (!?) des Valentinstags etwa ein Dutzend Menschen versammelt, um einiges über die User Experience in der Weiterbildung zu erfahren.

Bei entspannter Atmosphäre begrüßte Michael Jendryschik, Head of UX bei MAXIMAGO, der den UX-Stammtisch ausrichtet, die Gäste und stellte den Redner des Abends vor. Darum mache ich das an dieser Stelle auch noch mal kurz, falls ihr ihn noch nicht kennen solltet:

Benedikt Kulmann ist Chef-Entwickler und Mitbegründer der BuGaSi GmbH. In dieser Funktion arbeitet er seit Unternehmensgründung – und wenn man es genau nimmt, sogar schon ein bisschen länger – mit an den Simulationen und sonstigen Angeboten von BuGaSi. Wenn jemand alle Fragen zur Technik unserer Formate beantworten kann, dann er!

 

Lernen mit Planspielen

Zunächst gab Benedikt eine Einführung in das Thema konstruktives Lernen uns ging dabei besonders auf die didaktische Methode des Planspiels ein. Was ist eigentlich ein Planspiel, wofür wird es eingesetzt und wie viel Realismus braucht es, um erfolgreich zu sein?

Ein Planspiel ist das Durchspielen eines bestimmten Modellfalls. Ein Flugsimulator ist beispielsweise sehr hilfreich in der Ausbildung von Piloten. Ein erster Flug mit echtem Flugzeug und echten Passagieren wäre natürlich viel gefährlicher, als den Ablauf möglichst realistisch zu simulieren.

Ähnlich ist es auch bei Unternehmensprozessen. Es wäre problematisch, wenn jemand Entscheidungen treffen soll, ohne die Funktionsweisen eines Unternehmens zu kennen. Da kommt ein Planspiel gerade recht. Wobei die Simulation bei weitem nicht so realistisch sein muss, wie beim Flugsimulator, um einen Lernerfolg zu generieren.

Der UX-Stammtisch am Valentinstag lockte einige Gäste ins Rent 24 UX-Stammtisch im Februar

Ein Blick aus dem Publikum auf den Vortrag von Benedikt Kulmann beim UX-Stammtisch
Fotos: Leopold Achilles

Ein näherer Blick auf Fort Fantastic

Als Beispiel für Unternehmensplanspiele stellte Benedikt unsere Simulation Fort Fantastic vor. Bei diesem computergestützten Planspiel übernehmen mehrere Teams jeweils einen etwas ramponierten Freizeitpark. Sie müssen die Betriebsbereitschaft sichern und verbessern, um sich gegen die Konkurrenz durchzusetzen.

Hierbei macht jeder Teilnehmer zunächst seine eigenen Erfahrungen, die in Feedbackrunden und einer Abschlussdiskussion konsolidiert werden. So erarbeiten die Teilnehmer gemeinsam die Lernbotschaften, statt sie von einem Dozenten vorgebetet zu bekommen.

Bei Fort Fantastic können unterschiedliche Lerngebiete eingeflochten werden: Change-Prozesse begleiten, neue Mitarbeiter einarbeiten, Soft Skills trainieren, Führungskräfte fortbilden – all das ist genauso möglich, wie Fachinhalte (etwa Prozessmanagement oder IT Service Management) zu thematisieren.

Fokus User Experience bei Fort Fantastic

Und was hat das alles mit UX zu tun? Konzentrieren wir uns weniger auf die Software-Oberflächen in der Weiterbildung, sondern die User Experience von unseren Seminarteilnehmern am Seminartag. Dann erkennen wir schnell, wie das didaktische Konzept von Fort Fantastic ein Seminar erfolgreich macht:

Durch das Erfahrungslernen wird jeder Teilnehmer gefordert und selbst aktiv. Dabei kann der Einzelne oder das Team auch schon mal scheitern und hat die Chance aus den Fehlern zu lernen. Der Dozent leitet das Geschehen nur an, greift aber nicht direkt ein. Das lockert den Lernprozess auf und gestaltet ihn spannender, als Frontalunterricht. Außerdem: Fast jeder spielt gerne und ist daher offen sich auf Fort Fantastic einzulassen. Das Grundprinzip bei diesem Planspiel liegt dabei auf der Annahme, dass wir Dinge die kaputt sind, reparieren wollen.

Motivation und Engagement sind dadurch von vornherein gegeben und werden durchgehend von dem Gefühl bestärkt eigenständig Verbesserungen zu bewirken. Die Komplexität wird kontinuierlich gesteigert. So kann es, wie im wahren Arbeitsalltag auch schon mal stressig werden, aber niemand soll sich überfordert fühlen. So gelingt auch ein zufriedenstellender Abschluss, so dass das Seminar mit seinen Kernbotschaften in guter Erinnerung bleibt.

Ich fasse zusammen:

UX-Garanten bei Fort Fantastic

  • Lernen mit Emotionen
    o Spielspaß
    o Scheitern demotiviert (ist aber wichtig)
    o gemeinsam Lösungen finden motiviert
    o Konkurrenz treibt zusätzlich an
    o Anleitung zu Verbesserung wird im Spiel leichter angenommen, als in der Realität
    o direkte Kommunikation, Empathie-Training
  • Erfahrungslernen stärkt Erinnerung an Erlerntes
  • Realismus der Simulation an Lern-Anforderung angepasst
  • Spielmaterialien-/Medienmix
  • Pausen
    o um neu Erlerntes zu verinnerlichen
    o zur Besprechung und Optimierung (ruhig mit Input vom Dozenten)
    o zur Selbst- und Fremdreflexion
  • Debriefing
    o um Erlerntes auf reale Arbeitswelt zu übertragen
    o um alle Teilnehmer zu Wort kommen zu lassen

Insgesamt ein runder Abend

Aus der geplanten halben Stunde Sprechzeit, wurde letzten Endes doch eine Stunde. Die Zuhörer waren so interessiert bei der Sache, dass viele Fragen gestellt wurden. Auch nach dem Vortrag gab es noch einige spannende Gespräche im Barbereich. Und Benedikt berichtete von viel gutem Feedback.

Wir bedanken uns auch im Nachgang noch einmal bei allen Gästen. Und natürlich für die nette Einladung von Michael Jendryschik, diesen Vortrag beim UX-Stammtisch zu halten!


Möchten Sie mehr über die User Experience in der Weiterbildung erfahren?

Melden Sie sich bei uns, wenn Sie an einem Seminar mit einem unserer Unternehmensplanspiele interessiert sind.
Zum Kontaktformular

Melden Sie sich für den Newsletter an, um über unsere Entwicklungen und Angebote auf dem Laufenden zu bleiben.
Zum Newsletter anmelden

Leave a Comment

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.