Lehren, Lernen und Leben in der digitalen Welt

Den Titel dieses Beitrags hab ich mir nicht allein ausgedacht. Er ist eigentlich das Motto des Zukunft Forum III – Teil einer Bürgerdialogreihe des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Dieses Forum fand zwar bereits im August diesen Jahres statt, aber die Ergebnisse der Umfrage die das Meinungsforschungsinstitut TNS Emnid dort mit über 1064 Teilnehmern durchführte, haben erst jetzt meine Aufmerksamkeit erregt. Besser spät als nie…

Wie stellen Sie sich die Zukunft vor?

Die Befragten sollten sich in das Jahr 2030 hineinversetzen und äußern, wie sie die Auswirkungen digitaler Technologien auf Bildung, Beruf und Alltag vorstellen und bewerten. Einige Fragen befassten sich auch mit Erwachsenen-/Weiterbildung, waren also besonders interessant für BuGaSi.
Hierbei stachen vor allen Dingen die unterschiedlichen Ansichten in verschiedenen Altersgruppen heraus, als es darum ging, ob digitale Technologien die Motivation zum Lernen steigern würden.

Lehren, Lernen und Leben in der digitalen Welt: Statistik darüber, ob digitalie Technologien zum Lernen motivieren.Natürlich ist es nicht besonders überraschend, dass jüngere Befragte die digitale Evolution weniger skeptisch betrachten als ältere. Aber andererseits hätte ich gedacht, dass wir diese Ära schon hinter uns gebracht hätten. Da müssen wohl erst noch viele Runden Fort Fantastic gespielt werden…

Sorgen um die Privatsphäre, Soziale Kompetenzen oder die steigende Einflussnahme der Wirtschaft auf die Bildung durch den vermehrten Einsatz von digitalen Lernangeboten scheinen hingegen keine Frage des Alters zu sein.

Natürlich ist auch die Angst vor neuen Technologien nichts neues und eine gewisse Skepsis halte ich für wünschenswert. Allerdings freut es uns von BuGaSi zu sehen, dass die Mehrheit der Befragten in dem Einsatz von digitalen Technologien in der Bildung große Chancen sehen: 86% sind der Meinung, dass ein grundlegendes Verständnis digitaler Technologien fester Bestandteil in Schul- und Berufsbildung sein muss.

Vorwiegend bestätigt wurden unter anderem auch die folgenden Annahmen:

  • durch online verbreitetes Wissen wird das Bildungspotenzial in ländlichen Gegenden verbessert (82%)
  • Zugang zu Wissen wird unabhängig der persönlichen Situation vereinfacht (81%)
  • digitale Technologien in der Bildung sind unabdingbar, um den Herausforderungen des 21. Jahrhunderts gewappnet zu sein (79%)
  • es werden mehr Freiräume für Kreativität geboten (63%)
  • es wird mehr bildungsspezifischer User generated Content und damit auch mehr Wissen verbreitet (74%)
  • digitale Technologien werden unser Grundverständnis von Bildung verändern (72%)
  • digitale Technologien machen unsere Gesellschaft innovationsfähiger (72%)
  • mit digitalen Technologien in der Bildung verbinde ich eher Chancen als Risiken (67%)
  • durch den Einsatz in der Bildung, werden wir zu abhängig von diesen Technologien (71%)
  • auch in digitalisierter Welt muss die Vermittlung von Werten Hauptbestandteil von Bildung sein (87%)

Je mehr Technik, desto weniger Mensch?

Etwas irritiert hat mich die Annahme der meisten Befragten, dass durch den Einsatz digitaler Technologien in der Bildung die sozialen Kompetenzen auf der Strecke bleiben. Auch BuGaSi schreibt sich immerhin auf die Fahnen mit unseren computergestützten Seminaren die Teamfähigkeiten und Soft Skills der Teilnehmer zu verbessern.

Und es wurde schließlich nicht danach gefragt, ob immer mehr Menschen auf das Smartphone starren, während sie mit Freunden im Café sitzen. Das zeugt definitiv von mangelnder sozialer Kompetenz. Jedoch wird in diesem Szenario mit größter Wahrscheinlichkeit gerade kein Bildunsangebot konsumiert. Zwar wäre es rein theoretisch möglich, da E-Learning natürlich orts- und zeitungebunden betrieben werden kann. Aber die persönliche Lernumgebung wird vermutlich eher ruhiger gestaltet, als die Geräuschkulisse eines gut besuchten Cafés. – Nein, das hat herzlich wenig mit dem Einsatz digitaler Technologien in der Bildung zu tun.

Nicht nur die digitalen Technologien entwickeln sich weiter, sondern mit ihnen auch die Pädagogik. Wie schon zuvor auf diesem Blog erwähnt, kann man sich am besten Dinge merken, die man selbst schon einmal ausgesprochen hat. Deswegen sieht es auch nicht so aus, als würde in 14 Jahren niemand mehr miteinander sprechen, um etwas zu lernen. Im Gegenteil: Es gibt mittlerweile Unis, die auf Professoren komplett verzichten. Das Wissen wird nur von StudentIn zu StudentIn vermittelt. Ohne entsprechende Soft- und Hardware wäre diese Form von (Wissens-)Vernetzung nicht möglich. Aber ohne die sozialen Kompetenzen der Studierenden auch nicht!


Die gesamten Ergebnisse der Umfrage gibt es hier: ZukunftsMonitor III Ergebnisse als PDF


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