Virtual Reality wird zu E-Learning gehören

Das E-Learning ABC – V wie Virtual Reality

V wie Virtual Reality

Wir sind dem, was wir vor wenigen Jahren noch für Science-Fiction hielten, wesentlich näher gerückt: Durch Virtual Reality (VR) – oder zu Deutsch Virtuelle Realität. Darunter versteht man die interaktive virtuelle Darstellung der Wirklichkeit, mit all ihren physikalischen Eigenschaften. Mit Hilfe entsprechender Hardware, wie der VR-Brille, wird der dargestellte Raum erlebbar – Sie befinden sich mitten im Geschehen. So können Sie beispielsweise den Mount Everest besteigen, ohne wirklich jemals dort hin zu reisen.

Ein Pokémon in unserer Welt - das nennt man Augmented Reality
Augmented Reality bei Pokémon Go (Foto: Matthew Corley / Shutterstock.com)

Eine Kombination aus dem realen und dem virtuellen Raum, nennt man Augmented – also erweiterte – oder Mixed Reality. Wir kennen das spätestens seit dem Pokémon Go-Hype: Da tauchen die kleinen Monster aus der TV-Serie plötzlich über den Smartphone-Bildschirm in unserer realen Umgebung auf.

Doch obwohl die Technologie noch relativ jung ist, wird sie außer von der Spiele-Industrie bereits in diversen Bereichen eingesetzt. VR wird etwa in der Architektur und zur Raumplanung genutzt, bei Produkttests, oder beim Museumsbesuch. Als Marketinginstrument, Therapiemittel, oder Werkzeug im Journalismus und der Filmbranche hält VR ebenfalls Einzug. Im letzten Jahr wurde die Technologie sogar erstmals von der Staatsanwaltschaft Dortmund als Beweiserfahren im Gerichtsprozess anerkannt, um einen Angeklagten mithilfe einer VR-Simulation zu überführen.

Und selbstverständlich kann man mit VR und AR auch Arbeitsprozesse simulieren. Das hilft bei der Mitarbeiterweiterbildung oder dabei tägliche Geschäftsprozesse zu optimieren. DHL nutzt beispielsweise Google Glass und die Datenbrille Vuzix M100, um Lagerarbeiten schneller und mit reduzierter Fehlerquote leisten zu können.

Einsatzgebiete im E-Learning

Sie sehen, durch VR werden Simulationen immer realistischer! Damit einhergehend verändert sie selbstverständlich auch E-Learning. Aus- und Weiterbildungen, die zuvor nur mit hohem Kosten- oder Reiseaufwand möglich waren, oder die schlichtweg gefährlich sind, können nun als VR-Training absolviert werden.

Risiken werden vermindert, wenn ein Medizinstudent seine erste Herz-OP im virtuellen Raum proben kann. Oder wenn das brennende Haus, das der Feuerwehrmann bei der ersten Übung betritt, nicht wirklich brennt. Auch für allgemeine Sicherheitstrainings oder den Umgang mit Stresssituationen kann VR große Vorteile bringen. Als Ersthelfer bei einem Unfall, könnte es gravierende Unterschiede machen, wenn sie eine vergleichbare Situation schon im virtuellen Raum durchlebt hätten. Und auch Mitarbeiter können besser auf Störungen und Notfälle vorbereitet werden.

Ingenieure können schon heute mit VR-Brillen ein Flugzeug auseinanderbauen und wieder zusammensetzen. Neue Entwicklungen können kostengünstig getestet werden, bevor überhaupt ein echtes Musterexemplar gebaut werden muss. Nur virtuell muss es zunächst natürlich umgesetzt werden. Das Heinz Nixdorf Institut Paderborn bietet beispielsweise eine Vorlesung für Informatiker, Maschinenbauer und andere Ingenieure an, um etwas über den Nutzen von VR für ihre Branche zu lernen.

Mehr Motivation und bessere Ergebnisse

Eine Umfrage von Samsung unter 606 deutschen Lehrern zeigt, dass erst 18 % von ihnen selbst Erfahrungen mit Virtual Reality gemacht haben. Dennoch würden 48% von ihnen VR im Unterricht nutzen (die Quote bei den unter 30-jährigen Lehrern liegt übrigens bei 58%). Das zeigt, dass auch das Lehrpersonal der Technologie gegenüber generell sehr aufgeschlossen ist.

Kein Wunder: Das Lernerlebnis ist außerordentlich eindrucksvoll und nachhaltig. Stellen Sie sich vor, sie hätten als Schüler eine realistische Zeitreise machen können, statt Daten aus dem Geschichtsbuch auswendig zu lernen. Sicherlich hätten Sie den Unterricht dann nicht als so langweilig empfunden, wie ich es Ihnen jetzt unterstelle… Kurz gesagt: VR wirkt unheimlich motivierend! Und im Gegensatz zur VR-Technologie, ist die Erkenntnis, dass Erfahrungslernen die besten Lernergebnisse erzielt, bereits lange bekannt. Unsere Überzeugung, dass zudem der Spaß beim Lernen nicht zu kurz kommen darf, geht Hand in Hand mit VR, denn sie wird auch Serious Games revolutionieren.

Doch nicht allein um ferne Orte oder Zeiten zu bereisen, sondern auch als Kommunikationsmedium eignet sich Virtual Reality viel besser, als die Videokonferenz oder vergleichbare Wege. Angenommen Sie müssten eine Maschine reparieren und der Technik-Experte sitzt am anderen Ende der Welt. Dann könnte er durch ihre Augen – in dem Fall beispielsweise ihr Smartphone – sehen, den Defekt erkennen und ihnen live erklären was zu tun ist.

Eine Nummer zu groß?

Das Thema Virtual Reality klingt für mich faszinierend, aber auch immer noch ein bisschen einschüchternd. Um ein virtuelles Szenario zu erstellen bedarf es viel Know-How und technischer Voraussetzungen. Doch lassen Sie sich nicht so leicht abschrecken. Es gibt natürlich Experten auf dem Gebiet, die bei der Entwicklung individueller Inhalte und der Implementierung der Technologie in das interne Weiterbildungskonzept behilflich sind.

Wie bei allen E-Learning Kursen, bleibt einmal entwickelter Content bestehen, so dass Sie ihn unbegrenzt einsetzen können – das spart Kosten. Der Einsatz ist neben all seinen anderen Vorteilen, genau wie andere E-Learning Angebote zeit- und ortsungebunden, so dass überall auf der Welt und zu jeder Zeit auf die Trainingsinhalte zugegriffen werden kann.

Bei der Hardware, die Sie für den VR-Einsatz im E-Learning benötigen, reicht die Spannweite von Smartphones in Kombination mit günstigen VR-Brillen, die sich aus Karton falten lassen (ab ca. 1 €) bis hin zu High-Tech-Brillen (um die 1000 €). Bevor Sie sich zum Einsatz der VR-Brille in ihrem Weiterbildungsangebot entscheiden, können Sie auch erste Eindrücke mit kostenfreien Inhalten sammeln. Die Harvard University bietet beispielsweise einen Einblick in ihre erste VR-Vorlesung:

(Hinweis: Ein PC mit Mausnavigation zeigt nicht das volle Erlebnis, besser sind ein modernes Smartphone, YouTube App und evtl. Google Cardboard!)

Quellen und Links zum Thema:

Ein Jahr Pokémon Go
Virtual Reality – wozu eigentlich?
Artikel der Süddeutschen zu VR in der Lehre
Using Virtual Reality in Education (Artikel auf Englisch)
Das Potenzial von VR, jenseits von Spielen
Die Welt entdecken mit Google Earth VR
Vorstellung der Harvard 3D-Vorlesungen von Edukatico
Youtube Kanal des Harvard Computer Science Kurses


Dieser Beitrag entstand im Rahmen einer Blogparade. Dabei werden bis Dezember 2017 alle Buchstaben des Alphabets abgehandelt und so viele Begriffe wie möglich aus dem Bereich E-Learning erklärt. Jeder ist eingeladen mitzumachen!


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2 thoughts on “Das E-Learning ABC – V wie Virtual Reality

  1. Vielen Dank für den spannenden Ausflug in die Virtual Reality.

    Frohe und erholsame Weihnachtstage und alles Gute für 2018.

    Herzliche Grüße – Anja Röck

    1. Vielen lieben Dank, Anja! Wir wünschen ebenfalls einen Guten Rutsch ins neue Jahr!

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