Computergestütztes Planspiel an der HWK Dortmund

Das E-Learning ABC – C wie Computergestütztes Planspiel

C wie Computergestütztes Planspiel

Zugegeben, das Thema Computergestützte Planspiele ist schon sehr speziell. Denkt man beim Thema E-Learning an ein Thema mit C, fällt einem wahrscheinlich zunächst etwas offensichtlicheres wie Computer Based Training oder Content oder Content-Sharing ein. Keine Frage, all das lohnt sich aus unterschiedlichen Gründen genauer zu betrachten! Bei BuGaSi sind wir allerdings Experten für die Nische Computergestütztes Planspiel, da unsere beliebtesten Seminarformate eben diese sind.

Man kann das Computergestütze Planspiel auch als Unterkategorie des (wiederum mit C beginnendem!) Computerunterstützten kooperativen Lernens (engl.: Computer-supported cooperative learning, kurz: CSCL) beschreiben. Und was soll das nun wieder sein?

Computerunterstützes kooperatives Lernen

Hierbei geht es darum, in einer Gruppe das gemeinsamen Lernprozess durch den Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnik zu stärken. Die Lernenden sollen ihr unterschiedliches Wissen einbringen und miteinander interagieren, um neue Ergebnisse zu entwickeln, oder Wissenslücken zu schließen.

Wikipedia fasst zusammen, dass für erfolgreiches CSCL mindestens eine computerunterstütze kollaborative Lernumgebung gegeben sein muss, die Folgendes ermöglicht:

  • Zugriff auf gemeinsames Material
  • kollaborative Erarbeitung neuer Materialien (wie z. B. Hausarbeiten oder Referate)
  • synchrone und asynchrone Kommunikation von Wissen
  • Teilnehmerverwaltung und Rollenvergabe

Sind diese Rahmenbedingungen gegeben, kann die Erarbeitung gemeinsame Aufgaben leichter koordiniert werden. Die Kommunikation wird gefördert und fördert wiederum den Lernfortschritt. Ressourcen werden geteilt, da hierfür mehr Kanäle und Strategien zur Verfügung stehen, als in einer klassischen Lernsituation. Außerdem etabliert es sich so auch die Selbstverständlichkeit, Wissen als Gemeinschaftsgut zu verstehen. Lernprozesse werden in der Gruppe gegenseitig überwacht und angetrieben.

Unterschieden wird zwischen Situationen in denen die Akteure von verschiedenen Orten aus – verbunden durch Computernetze – am Lernprozess beteiligt sind, und in denen die Akteure an einem Ort gemeinsam lernen. Beide Formen lassen sich übrigens hervorragend in eine Blended Learning Strategie integrieren. Ich beleuchte nun (endlich) beispielhaft die Lernsituation am selben Ort genauer.

Computergestützes Planspiel

Das Planspiel als Lehrmethode kennt man sicherlich, wenn man schon mal an einem Weiterbildiungsseminar teilgenommmen hat. Es ist eine beliebte Methode, um die Teilnehmer in Interaktion zu bringen und vor allen Dingen den Lernprozess aufzulockern und Langeweile erst gar nicht aufkommen zu lassen. Ein Planspiel soll im besten Fall aber auch eine reale konfliktreiche Situation simulieren, um diese für die Teilnehmer im geschütztem Rahmen erfahrbar zu machen. Gemeinschaftlich soll unter bestimmter Zielsetzung eine Handlungsstrategie entwickelt und ausprobiert werden.

Planspiele können unterschiedlich ausfallen, beispielsweise von haptischen Spielelementen geprägt sein oder teils bzw. ganz am Computer stattfinden. Beim teilweisen, also unterstützendem Computereinsatz sprechen wir von computergestützten Planspielen.

Möchten Sie genaueres zu dem Thema erfahren? Dann empfehle ich den Blogartikel: Was ist eigentlich ein Planspiel?

Ein Beispiel: Das computergestützte Planspiel Resort Paradiso

Ein häufig zunächst abschreckender Lerninhalt ist das Thema IT-Servicamanagement. BuGaSi hat sich ein computergestütztes Planspiel entwickelt, bei dem genau dieses Thema plötzlich leicht verständlich vermittelt und eigene Handlungs- und Entscheidungsstrategien wie beiläufig in den konkurrierenden Teams entwickelt werden: Resort Paradiso.

Dafür werden die Lernenden in einer Präsenzveranstaltung in gleichgroße Gruppen eingeteilt. Jedes Team bekommt nun die Aufgabe, in wechselnden Rollen und Verantwortungsbereichen ein Hotel zu managen. Dieses Hotel wird an einem PC pro Team simuliert. Die Rollenverteilung ist also allein deshalb schon wichtig, damit sich nicht alle vor dem Bildschirm versammeln und ihre eigentlichen Aufgaben vernachlässigen. Außerdem bekommen die Teams noch weitere Spielutensilien zur Hand, wie etwa Handbücher und Maßnahmenkarten – der Computer ist also wirklich nur eine Teilkomponente der gesamten Simulation.

Der Computer zeigt Entwicklungen und Störfälle im Hotel an, auf die entsprechend reagiert werden muss, natürlich ohne das Tagesgeschäft und die langfristige Entwicklung dabei aus dem Auge zu verlieren. Das Programm hat eine Eingabemaske, in die gemeinsam erarbeitete Lösungen eingetragen und geprüft werden können. Ob eine Lösung richtig oder falsch war sieht der Verantwortliche am PC direkt. Die gesamten Geschäftsentwicklungen (auch im Vergleich zur Konkurrenz, also den anderen Teams) wird zentral über einen Beamer gezeigt.

Zwischen den simulierten Geschäftsjahren finden Reflexionsphasen statt, in denen das eigene Verhalten, das der anderen Teammitglieder oder Teams und der jeweilige Erfolg diskutiert werden kann. Begleitet wird ein solches Seminar immer von einem Trainer, der für technische und organisatorische Fragen, aber besonders in den Reflexionsphasen auch inhaltlich zur Seite steht.

Was sagt die Bildungsforschung?

Während es zum angebotsorientierten E-Learning mittlerweile vermehrt Forschung betrieben wird, sieht es beim CSCL leider noch etwas mau aus. Dementsprechend habe ich auch zum Thema computergestützte Planspiele nichts offizielles finden können. Bezeichnend ist aber, dass Unternehmen sowie Hochschulen und andere öffentliche Bildunsträger im Rahmen ihrer E-Leanring Strategie immer häufiger auf dieses Seminarformat setzen. Beispielweise kommt unser computergestütztes Management-Planspiel  Fort Fantastic in der Frankfurt School of Finance & Management und der Westfälische Hochschulezum Einsatz. Die Hessische Landeszentrale für Politische Bildung nutzt sie computergestützten Planspiele WIWAG und OEKOWI, um Zusammenhänge von Wirtschaft, Gesellschaft und Ökologie zu vermitteln.

Das Feedback unserer Teilnehmer und die Ergebnisse anschließender Prüfungen (!) überzeugen uns, dass mit unseren computergestützten Planspielen der Lernerfolg garantiert eintritt. Durch Action, Wettbewerb und Emotionen bleibt das einfach nicht aus.


Dieser Beitrag entstand im Rahmen einer Blogparade. Dabei werden bis Dezember 2017 alle Buchstaben des Alphabets abgehandelt und so viele Begriffe wie möglich aus dem Bereich E-Learning erklärt. Jeder ist eingeladen mitzumachen!


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2 thoughts on “Das E-Learning ABC – C wie Computergestütztes Planspiel

  1. Hallo Mareike,
    wieder ein sehr spannender Artikel, und auch wenn das Atomkrieg-Szeanrio bestimmt eindrücklicher nachwirkt, ziehe ich das Hotel-Szenario deutlich vor. 🙂
    Herzliche Grüße
    Anja (Röck)

    1. Danke Anja! Stimmt, eine Hotelsimulation halten wir auch für das bessere Management-Planspiel! Und es bringt mit Sicherheit auch mehr Spaß, als jedes Endzeitszenario! 😉

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